
Während der 1920er-Jahre zog Paris Intellektuelle und Künstler aus ganz Europa an – so auch die Fotografinnen Gisele Freund, Rogi André und Dora Kallmus, bekannt als Madame d’Ora. Die drei jungen Künstlerinnen widmeten sich dem pulsierenden Kulturleben der Metropole und hielten es in eindrucksvollen Aufnahmen fest.
Die Ausstellung „Fluchtpunkt Paris“ schildert die künstlerischen Entwicklungen der drei Fotografinnen und fragt nach Gemeinsamkeiten wie Unterschieden. Im Mittelpunkt stehen jene fotografischen Gattungen, denen sich Freund, André und d’Ora gleichermaßen widmeten, wenn auch in unterschiedlichen Intensitätsgraden und mit variierenden Bildsprachen.
Die Porträtfotografie war für Freund, André und d’Ora gleichermaßen zentral. Sie fotografierten bedeutende Künstler des 20. Jahrhunderts – von Pablo Picasso über Virginia Woolf und James Joyce bis zu Simone de Beauvoir. Auch Bühnenstars wie Josephine Baker, Maurice Chevalier oder Anita Berber standen vor ihren Kameras. Neben Porträtaufnahmen widmeten sie der Mode-, Akt- und Tanzfotografie. Ihre Aufnahmen wurden in zahlreichen Magazinen abgedruckt. Auf starke Resonanz stießen zudem ihre sozialkritischen Reportagen: Freund, André und d’Ora suchten – nicht nur in Paris – immer wieder Orte auf, an denen sich soziale Spannungen und gesellschaftspolitische Konflikte zu erkennen gaben.
Begegnen kann man den Damen vom 15. Oktober 2026 bis 7. Februar 2027 im LVR-Landesmuseum Bonn, Colmantstr. 14-16, 53115 Bonn.
Bild: Rogi André, Peggy Guggenheim vor dem Fenster ihres Appartements (Ausschnitt), um 1935 © BnF | Bibliothèque nationale de France