
Ob er FDJ-Veranstaltungen fotografierte, eine zufällige Begegnung am Rande des Berliner Alexanderplatzes oder aus Vietnam oder Kuba berichtete: Die Bilder von Thomas Billhardt – er starb 2025 – dokumentieren eine Welt in Bewegung.
„Die Augen weit offen“ zeigt zentrale Serien aus mehreren Jahrzehnten mit einem Fokus auf die Jahre 1959 bis 1972, die den Facettenreichtum seines Werks verdeutlichen. Schon in den 1960er-Jahren, einer Epoche, die rückblickend oft als hermetisch abgeriegelt wahrgenommen wird, bereiste der in der DDR lebende Billhardt als Reportagefotograf die globalen Krisenherde. Dabei balancierte er sein ganzes Leben lang auf einem schmalen Grat: Einerseits hielt er sich nah genug an den staatlichen Autoritäten, um weiterarbeiten zu können, andererseits bewahrte er sich die Unabhängigkeit, die seinen humanistischen Ansatz in der Fotografie prägte. Nach der Wende 1989 arbeitete er unter anderem für die UNICEF, für die er verschiedene Hilfsprojekte in Asien begleitete.
Mit der Ausstellung Die Augen weit offen präsentiert Fotografiska Berlin bis zum 7. Februar 2027 eine Auswahl von Billhardts wichtigsten Bildern und beleuchtet seinen bleibenden Einfluss auf die moderne Dokumentarfotografie.
Fotografiska Berlin, Oranienburger Str. 54, 10117 Berlin – Mitte
Bild oben: Alexanderplatz, Berlin, 1960 © Thomas Billhardt, Camera Work Gallery
Bild unten: Soldatenpaar, Hanoi, Vietnam, 1968 © Thomas Billhardt, Camera Work Gallery
