Wien: Die Welt im Fokus

Es soll Menschen geben, die nur deshalb auf Reisen gehen, um auf bestimmten Punkten stehend, Bilder aufzunehmen. Diese werden dann in einschlägigen Social-Media-Plattformen beifallsheischend gepostet. Die Bilder entstehen in Sekundenbruchteilen, dokumentieren aber, dass man da war. Das dürfte wohl der bisherige Endpunkt der Reisefotografie sein. Aber: Wie fing es an?

Das zeigt uns ein Gang in die Wiener Albertina, die sich den Anfängen des Reisefotografierens widmet. Die Ausstellung Die Welt im Fokus widmet sich der Reisefotografie ab der Mitte des 19. Jahrhunderts, als die Fotografie zur Abbildung der Welt zunehmend eingesetzt wurde: Fotografien überzeugten durch Präzision, Detailreichtum und die Möglichkeit ihrer Vervielfältigung.

Aber schon damals galt: Fotografieren veränderte das Reisen: Im Vergleich zu den damals üblichen mitreisenden Zeichnern beschleunigte sich zudem die Arbeit vor Ort. Die Verweildauer des mobilen Menschen konnte sinken.

Die Welt im Fokus präsentiert ausschließlich Fotografien aus der Sammlung der Albertina und der dort als Dauerleihgabe verwahrten Sammlung der Höheren Graphischen Bundes-Lehr- und Versuchsanstalt. Mit dieser Ausstellung setzt die Museum seine Reihe thematischer Präsentationen aus seiner fotografischen Sammlung fort und macht eine weitere Facette eines der umfangreichsten fotografischen Bestände Österreichs sichtbar.

Die Ausstellung ist von 22. Juli bis 26. Oktober 2026 im Zentrum Wiens (Albertinaplatz 1, 1010 Wien) zu sehen.

Bild oben: Anonym (Photoglob & Co., Zürich): Porta Felice und der Hafen, Palermo, Italien, 1889–1905
Bild unten: Johann Victor Krämer: Selbstporträt auf der Terrasse des Österreichischen Pilgerhospizes in Jerusalem, um 1900