Fotoproduzent Rebert Kneschke – bekannt durch seinen Blog „Alltag eines Fotoproduzenten – ist wohl der streitbarste Fotograf, den unser Land hat: Jetzt landete seine Klage gegen den Verein Laion vor dem Bundesgerichtshof (BGH). Im Kern geht es bei der bereits 2023 eingereichten Klage um die für Fotografen wichtige Frage, wieweit KI-Unternehmen die Bilder von Fotografen ohne deren Einverständnis als Trainigsdatensätze für die Entwicklung von bildgenerativen KI-Anwendungen frei nutzen können. Dazu wurden von dem Hamburger Verein riesige Pakete an Datensätzen aus dem Web zusammen gestellt und an KI-Software-Schmieden weiter gegeben. Es ist klar: Viele Fotografen und Kreative, wie Zeichner, Grafiker und Illustratoren, sind nicht unbedingt damit einverstanden, dass ihre Werke ungefragt und unentgeldlich für diesen Zweck „zwangsrekrutiert“ werden.
Berlin: Photobook 2026 — Symposium der DGPh zum Fotobuch

Anlässlich ihres 75-jährigen Bestehens richtet die Deutsche Gesellschaft für Photographie (DGPh) am 19. September 2026 einen Symposiumstag zum Fotobuch in der Staatsbibliothek zu Berlin (Unter den Linden 8, Humboldt-Saal) aus. Unter dem Titel »Photobook 2026« nimmt das Symposium das Medium in einer Zeit des Umbruchs in den Blick — Technologie, Politik und Wirtschaft und mit ihnen die Fotografie und eine ihrer wichtigsten Präsentationsformen: das Fotobuch.
Essay: Vom Unikat zur Bilderflut
In seinem Essay blickt Oliver Hamann auf den Wandel der Presse- und Sportfotografie – aus der Perspektive eines Beteiligten, der diese Veränderungen über Jahrzehnte aus unterschiedlichen beruflichen Blickwinkeln miterlebt hat. Es geht dabei weniger um eine nostalgische Rückschau als um die Frage, was aus der einstigen Wertschöpfung rund um professionelle Bilder geworden ist und welchen Stellenwert fotografische Arbeit in einer Welt nahezu unbegrenzter Bildmengen noch besitzt.

Das Elsaß bei Huber

Ja, ich vermisse es schon, denn man findet es kaum mehr: das ländliche räudige Elsaß. Mit den verrauchten PMU-Bars (Kneipen speziell für Sportwetten), durch die jederzeit Kommissar Maigret – bekanntlich Mann einer Elsässerin auf Heimaturlaub – behäbig stiefeln könnte. Ansonsten bevölkert von zumeist abgerissenen, schwarzzahnigen Pernod-Säufern, deren eigentliches Alter unmöglich zu schätzen war.
Und natürlich die o-beinigen Kellner der Straßen-Cafés, mit denen man gerne einige Worte in irgendeinem allemannischen Dialekt wechseln konnte. Eine Welt des Kauderwelsches.
Alfred Büllesbach (Hg.): „Wehrt Euch, leistet Widerstand…“

Das Buch von Alfred Büllesbach .„Wehrt Euch, leistet Widerstand…“ ist wahrlich ein echtes Langzeitprojekt! Sein gerade publizierter Band versammelt Fotos der Friedensbewegung und Anti-Atomkraft-Proteste der 1970/80er Jahre in der Bundesrepublik. Auffällig ist: Heute erscheinen die Bilder wie aus einer anderen Welt. Und das sind sie wohl auch! Selbst die Namen der Orte der damaligen Kontroversen sind kaum mehr in Erinnerung: Mutlangen, Wackersdorf, Wendland.
Spätestens seit dem Krieg in der Ukraine wird in Deutschland wieder intensiv über die Rüstungs- und Energiepolitik gestritten. Und unvermittelt gewinnt ein Rückblick auf die westdeutsche Friedens- und Anti-AKW-Bewegungen der 1970er und 1980er Jahre wieder an Aktualität.
Deutscher Fotorat zu Gast bei der DGPh
Die Sektion Kunst, Markt & Recht der Deutschen Gesellschaft für Photographie lädt den Vorstand des Deutschen Fotorats zu einem Online-Gespräch am 8. September um 19 Uhr ein. Das von Thomas Gerwers (Leiter der DGPh-Sektion Kunst, Markt & Recht) moderierte Gespräch findet als Live Teams-Meeting statt. Als Gäste werden Anna Gripp und Julia Laatsch, Mitglieder des Sprecherrats des Deutschen Fotorats, erwartet.
Die
Berlin: Thomas Billhardt – Die Augen weit offen

Ob er FDJ-Veranstaltungen fotografierte, eine zufällige Begegnung am Rande des Berliner Alexanderplatzes oder aus Vietnam oder Kuba berichtete: Die Bilder von Thomas Billhardt – er starb 2025 – dokumentieren eine Welt in Bewegung.
„Die Augen weit offen“ zeigt zentrale Serien aus mehreren Jahrzehnten mit einem Fokus auf die Jahre 1959 bis 1972, die den Facettenreichtum seines Werks
Wien: Die Welt im Fokus

Es soll Menschen geben, die nur deshalb auf Reisen gehen, um auf bestimmten Punkten stehend, Bilder aufzunehmen. Diese werden dann in einschlägigen Social-Media-Plattformen beifallsheischend gepostet. Die Bilder entstehen in Sekundenbruchteilen, dokumentieren aber, dass man da war. Das dürfte wohl der bisherige Endpunkt der Reisefotografie sein. Aber: Wie fing es an?
Das zeigt uns ein Gang in die Wiener Albertina, die sich den Anfängen des Reisefotografierens widmet. Die Ausstellung Die Welt im Fokus widmet sich der Reisefotografie ab der Mitte des 19. Jahrhunderts, als die Fotografie zur Abbildung der Welt zunehmend eingesetzt wurde: Fotografien überzeugten durch Präzision, Detailreichtum und die Möglichkeit ihrer Vervielfältigung.
Aber schon damals galt: Fotografieren veränderte das Reisen: Im Vergleich zu den damals üblichen mitreisenden Zeichnern beschleunigte sich zudem die Arbeit vor Ort. Die Verweildauer des mobilen Menschen konnte sinken.
12. DGPh Bildungspreis 2026
Das Neueste zuerst: Der Preis wird im Jahr 2026 erstmals mit 3.000 Euro dotiert und versteht sich als Förderpreis, auch für Projekte, die noch im Entstehen sind. Der DGPh Bildungspreis wird fortan alle zwei Jahre vergeben.
Gefragt sind innovative und nachhaltige Projekte, die Fotografie als Sprache nutzen und in die Gesellschaft hineinwirken. Dazu zählen kultur- und museumspädagogische Initiativen, in denen Fotografie thematisiert oder eingesetzt wird, ebenso mediale Bildungsangebote zur Fotografie sowie schulische und außerschulische Aktivitäten oder innovative Projekte der Hochschulen.
Frankreich: 300 Zeitungen verklagen Google
Französische Zeitungen formieren sich zu einer Front gegen Googles „AI Overviews“. Rund 300 Medien reichten bei der französischen Wettbewerbsbehörde Beschwerde gegen den US-Konzern Google ein. Der Prostest richtet sich gegen den – im Gegensatz zu Deutschland – erst vor kurzem eingeführten Dienst, der KI-gestützte Zusammenfassungen offeriert. Die Zeitungen fürchten um den Traffic auf ihrern eigenen Internet-Angeboten und verlangen eine angemessene