München: Ragnar Axelsson – Greenland

Acht Staaten, eine Vielzahl indigener Völker, rivalisierende Großmächte: Die Arktis ist Heimat, Klima-Indikator, geopolitisches Terrain und Ressourcen-Reservoir zugleich. In der Arktis zeigt sich drastisch, was die Erderhitzung bewirkt: Permafrost taut, Küsten erodieren, Ökosysteme geraten aus den jahrhundertealten Bahnen. Gleichzeitig wachsen machtpolitische und wirtschaftliche Begehrlichkeiten. Neue Schifffahrtsrouten, leichter zugängliche Rohstoffe und geopolitische Spannungen machen die Arktis zum Austragungsort von Konflikten. Zuletzt wurde insbesondere Grönland zur Projektionsfläche für imperialistische Narrative und politische Phantastereien.

Seit über 40 Jahren fotografiert der Isländer Ragnar Axelsson – geboren 1958 in Reykjavik – Menschen, Tiere und Landschaften in den entlegensten Regionen Grönlands, Islands und Sibiriens. In dramatischen Schwarz-Weiß-Bildern fängt er die Situation am Rande der bewohnbaren Welt ein. Anstatt lediglich den Klimawandel zu veranschaulichen, offenbaren seine Aufnahmen, wie Umweltveränderungen von den Menschen erlebt werden, deren Lebensgrundlage von Land, Meer und Eis abhängt.

Die Ausstellung Ragnar Axelsson – Greenland umfasst 60 Werke. Sie ist in der Versicherungskammer Kulturstiftung zu München (Thierschplatz 6, 80538 München; neue Adresse!) vom 24. 7. bis 1.11.2026 zu sehen.