Fotosommer Stuttgart: Hauptausstellung „Unordnung“

Nun, in Berlin – beispielsweise – wäre dieser Ausstellungstitel Unordnung keine Besonderheit, ist man diesen Zustand doch seit Jahren gewohnt und findet er keinerlei Beachtung mehr. Aber in Stuttgart, der Herzkammer der schwäbischen Kehrwoche und der internalisierten Ordentlichkeit, da ist ein solches Motto natürlich eine echte Provokation. Die Aufmerksamheit produziert.

Hören wir, was die Macher so zu sagen wissen: „Von Unordnung sprechen wir, wenn eine geltende Ordnung verloren geht. Aber ist das zwingend ein Verlust? Vielleicht erkennen wir nur eine Veränderung nicht, ein Umsortieren, eine Neubewertung, einen Systemwechsel.

Eine andere Form von Unordnung ist der Klimawandel, also der Verlust einer ökologischen Ordnung, der sich in der Erderwärmung, Extremwetterereignissen oder im massenhaften Artensterben manifestiert.

Können wir auch hier nur von einer neuen Ordnung sprechen, die eine alte ablöst? Unordnung kann auch zur Anarchie führen, einem System, das keine Ordnungsregeln und Hierarchien anerkennt. Da wiederum droht das Recht des Stärkeren.

Für Fotografen entsteht ein Spielplatz: Wie lässt sich bildlich der Verlust eines Systems darstellen? Oder etwas, das laut Definition gar keine Ordnung hat? Wie beschreibt man Gesetzlosigkeit? Und schließlich: Gibt es eine anarchische Fotografie?“

Vom 17.07.–26.07.2026 zeigt der Fotosommer Stuttgart in Kooperation mit Galerien und Institutionen an ausgewählten Orten in Stuttgart fotografische Arbeiten zum Thema. Die Hauptausstellung ist in der Staatsgalerie Stuttgart The Gällery (Konrad-Adenauer-Str. 30–32, 70173 Stuttgart ) zu sehen.

Bild: Sabine Bungert und Stefan Dolfen