
Anlässlich des 90. Geburtstags von Walter Schels zeigt C/O Berlin in Zusammenarbeit mit der Stiftung F.C. Gundlach die erste große Retrospektive des Fotografen in Berlin. Mit mehr als 300 Arbeiten eröffnet sie Einblicke in ein Werk, das sich über fast sieben Jahrzehnte erstreckt.
Die Ausstellung führt zentrale Werkgruppen zusammen und richtet den Fokus auf eine bislang unbekannte Seite dieses OEuvres: das umfangreiche experimentelle Werk und transformatorische Ansätze, die Schels’ fotografische Praxis prägen – eine Entdeckung, „die“ – so die Veranstalter – „den Blick auf den Fotografen verändert“. Die Auswahl der Werke basiert auf der Sichtung mehrerer Tausend Prints aus dem Archiv des Fotografen, das perspektivisch von der Stiftung F.C. Gundlach bewahrt und zugänglich gemacht wird.
Seit den späten 1960er-Jahren bewegt sich Schels zwischen dokumentarischer und künstlerischer Fotografie. Bekannt wurde er vor allem durch seine Schwarzweiß-Porträts, deren charakteristisch reduzierte, stark verdichtende Bildsprache er seit den 1980er-Jahren entwickelte. In Langzeitstudien und Porträtserien wie Blind, Noch mal leben oder trans* widmet er sich Grundfragen menschlicher Existenz, beschäftigt sich mit Präsenz und Wahrnehmung, mit Identität und existenziellen Übergängen. Die Ausstellung lädt ein, Schels bekannte Porträts und Serien in der Zusammenschau mit der anderen, parallel entstandenen, jedoch nie gezeigten Werkhälfte neu zu lesen.
Der etwas eigene Ausstellungstitel „16° Fische“ verweist auf Schels’ astrologische Geburtskonstellation. So stand die Sonne im Tierkreiszeichen Fische bei 16 Grad. Für den Künstler ist dies eine mystisch-poetische Selbstverortung, die sich mit Eigenschaften wie Sensibilität und Intuition verbindet und sein Interesse am Menschen und an existenziellen Fragestellungen widerspiegelt.
Die Ausstellung läuft von 20. Jun – 2. Sep 2026 in C/O Berlin, Amerika Haus, Hardenbergstraße 22–24, 10623 Berlin
Bild: Schwarzes Schaf, 1984 © Walter Schels / Stiftung F.C. Gundlach