{"id":7614,"date":"2023-03-21T08:17:00","date_gmt":"2023-03-21T08:17:00","guid":{"rendered":""},"modified":"2026-05-18T19:20:14","modified_gmt":"2026-05-18T19:20:14","slug":"interview-dr-katrin-bomhoff","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/pictorial-online.com\/?p=7614","title":{"rendered":"INTERVIEW Dr. Katrin Bomhoff"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/pictorial-online.com\/wp-content\/uploads\/woltlab_images\/woltlab_13751.jpg\" alt=\"Blog-Foto\" \/><span style=\"color:#0000FF\"><\/span><br \/>\n<strong><span style=\"color:#0000FF\">[size=14]Berlin: Max Liebermann als Model. Portr\u00e4tfotografie aus der Sammlung Ullstein<\/span>[\/size]<\/strong><br \/>\n<strong>Elegant im Anzug, die Beine \u00fcberschlagen, mit Hut, im Profil, mit Dackel Nicki im Wannsee-Garten oder ersch\u00f6pft rauchend in seinem Atelier am Pariser Platz: Die Fotosammlung des Berliner Ullstein Verlags h\u00e4lt dutzende Portr\u00e4taufnahmen des Malers Max Liebermann und seiner Familie bereit.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Liebermann wurde vielfach und gerne portr\u00e4tiert, der Mann hatte &#8211; neben seiner k\u00fcnstlerischen Prominenz &#8211; eben einen herrlichen Charakterkopf!<\/strong><\/p>\n<p><strong>So versammelt eine Ausstellung in Max Liebermanns Sommerhaus am Wannsee ein ganzes Panoptikum unterschiedlichster Fotoarbeiten, erstellt von so unterschiedlichen Fotografen wie Yva, Nicola Perscheid, Frieda Riess oder Erich Salomon, welche heute in der Sammlung Ullstein aufbewahrt werden. Sie sind Zeugnisse der vielf\u00e4ltigen Begegnungen Liebermanns mit sechzehn z.T. richtungsweisenden Fotografen, Fotografinnen, Fotoateliers und Fotoagenturen in der Zeit von 1905 bis 1932.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Zur schnellen Auffrischung des bildungsb\u00fcrgerlichen Hintergrunds: Max Liebermann (1847\u20131935) war einer der bedeutendsten K\u00fcnstler der Moderne. Nach seiner k\u00fcnstlerischen Abkehr von Realismus und Naturalismus, der akademischen Malerei seiner Zeit, z\u00e4hlt er heute neben Max Slevogt und Lovis Corinth zu den prominentesten Vertretern des deutschen Impressionismus.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Die Ausstellung startet am 25. M\u00e4rz &#8211; ihr Ende ist der 3. Juli 2023 &#8211; in der Liebermann-Villa am Wannsee in Berlin (Colomierstra\u00dfe 3, 14109 Berlin).<\/strong><\/p>\n<p><em><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/pictorial-online.com\/wp-content\/uploads\/woltlab_images\/woltlab_13745.jpg\" alt=\"Blog-Foto\" \/>Wir sprechen mit Dr. Katrin Bomhoff, Senior Manager Asset &#038; Exhibition bei ullstein bild. Sie zeichnet &#8211; gemeinsam mit den Kuratorinnen der Liebermann-Villa &#8211; f\u00fcr die Ausstellung mitverantwortlich.<\/em><\/p>\n<p>\n<strong>Pictorial:<\/strong> Liebe Frau Dr. Bomhoff, die Malerf\u00fcrsten des ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts! Es waren echte Stars! Hofiert von den M\u00e4chtigen, auf Augenh\u00f6he mit den Herrschenden. In M\u00fcnchen, das sich damals selbst ja als &#8222;Kunsthauptstadt&#8220; feierte, hielten Maler wie der geadelte Franz von Lenbach oder Lovis Corinth regelrecht Hof. K\u00f6nig Ludwig ging nach Belieben in ihren Ateliers ein und aus.<\/p>\n<p>Nahm Max Liebermann in Berlin &#8211; etwa gemeinsam mit Max Slevogt &#8211; eine \u00e4hnliche Position ein? Oder waren die preu\u00dfischen Wilhelms da nicht kunstsinnig genug?<\/p>\n<p><strong>Dr. Bomhoff: <\/strong>Vielen Dank f\u00fcr Ihr Interesse an unserer Ausstellung! Die Forschung zu Max Liebermann spricht bei dem genannten Thema \u201eK\u00fcnstler und Kaiser\u201c von der Rolle der Opposition, die Liebermann mit dem Bekenntnis zur Berliner Secession einnahm. Bereits vor ihrer Gr\u00fcndung um 1900 l\u00e4sst sich von einer tiefgreifenden Ablehnung Kaiser Wilhelms II. sprechen, der die Werke Liebermanns als &#8222;Rinnstein-Kunst&#8220; titulierte: aus seiner Sicht zu allt\u00e4glich, zu wenig staatstragend.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus war das Liebermann-Haus am Pariser Platz ein Streitpunkt. Wilhelms Versuch, das Geb\u00e4ude aus dem Familienbesitz zu erwerben und abzurei\u00dfen, um das Brandenburger Tor st\u00e4rker zur Geltung zu bringen, scheiterte. Max Liebermanns Replik in erprobter Berliner Gangart ist deutlich und wirklich lesenswert, ich darf zitieren: &#8222;Nu will ick Ihnen mal was sagen, Exzellenz: Jehn Se zum Kaiser und sagen Se, der Liebermann h\u00e4tte gesagt: Der Kaiser wohne uff det Ende von de Linden un der Liebermann wohne uff dies Ende von de Linden, und wie der Kaiser nich uff det Ende von de Linden rausjeht, jeht der Liebermann nich uff dies Ende von de Linden raus.&#8220;<\/p>\n<p><strong>Pictorial:<\/strong> Malerei und Fotografie. Von Franz von Lenbach wei\u00df man ja, dass er ein Flie\u00dfband-Arbeiter war. Um seinen exorbitanten Lebensstil zu finanzieren, produzierte er reihenweise Portrait-Bilder des Adels und des gehobenen B\u00fcrgertums. Dabei setzte er gerne das &#8222;neue&#8220; Medium Fotografie ein. Seine Assistenten suchten die Kunden auf, fotografierten sie in vorteilhafter Pose &#8211; und der Meister portraitierte oftmals weitgehend nach den Fotografien.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/pictorial-online.com\/wp-content\/uploads\/woltlab_images\/woltlab_13755.jpg\" alt=\"Blog-Foto\" \/>Gibt es \u00e4hnliche Berichte auch \u00fcber Liebermann? Sicher, als sehr reicher Industriellen-Erbe musste er nicht am Flie\u00dfband arbeiten, aber nutzte er Fotografie dennoch als Vorlage f\u00fcr Gem\u00e4lde und Zeichnungen? Gibt es dazu Erkenntnisse?<\/p>\n<p><strong>Dr. Bomhoff:<\/strong> Ja, auch Liebermann orientierte sich an Fotografien f\u00fcr seine gemalten Portr\u00e4ts. In den Briefen schreibt er auch von Fotografien seiner Modelle, die hin- und hergeschickt wurden, so dass er seine Portr\u00e4ts weiter ausf\u00fchren konnte, ohne die Modelle in persona zu beobachten.<\/p>\n<p>Die Portr\u00e4tfotografie von Nicola Perscheid, die um die Jahrhundertwende entstand, hielt Max Liebermann f\u00fcr \u00e4u\u00dferst gelungen und beschrieb sie als &#8222;die beste Photographie [\u2026] die von mir existiert&#8220;. In den Jahren danach wiederholte Liebermann gerne diese Pose, auch f\u00fcr gemalte Selbstbildnisse. Das erste stammt aus dem Jahr 1902. Wir wissen von Liebermann auch, dass er sich f\u00fcr seine Selbstbildnisse vor dem Spiegel betrachtete. Dass er dabei seinen Pinsel jedoch in der linken Hand hielt \u2013 so wie es das Spiegelbild vorsah \u2013 wurde \u00f6fter kritisiert. Um dem entgegen zu wirken, verwendete er in der Folge zwei Spiegel, um die Spiegelung der Spiegelung abzubilden und sich damit mit dem Pinsel in der rechten Hand zu zeigen.<\/p>\n<p><strong>Pictorial:<\/strong> An Max Liebermann f\u00e4llt auf &#8211; deshalb lohnt sich ja auch die von Ihnen vorbereitete Ausstellung &#8211; dass er selbst au\u00dfergew\u00f6hnlich h\u00e4ufig &#8222;Model&#8220; f\u00fcr Fotografen war. Wie kam das? Was sind die Hintergr\u00fcnde? Sagt das etwas \u00fcber die Rolle der Fotografie?<\/p>\n<p><strong>Dr. Bomhoff: <\/strong>Sie sprechen zentrale Punkte der Ausstellung an, denn au\u00dfer der zahlreichen Selbstportr\u00e4ts \u2013 Gem\u00e4lde und Zeichnungen \u2013 im Werk Liebermanns, stehen wir dieser gro\u00dfen Reihe fotografischer Portr\u00e4ts gegen\u00fcber, allesamt aus der Sammlung Ullstein. Sie stammen von namhaften Fotografinnen und Fotografen, schon zu Lebzeiten erfolgreiche und fortschrittlich denkende Zeitgenossen. So kann man von einer Interessenlage auf allen Seiten sprechen: Pressefotografen und -fotografinnen, die besonders in den 1920er Jahren eine moderne und zukunftsweisende Profession aus\u00fcbten, weiterentwickelten und mit Max Liebermann sicher einen der interessantesten und ber\u00fchmtesten Berliner Zeitgenossen portr\u00e4tierten. Das Verlagshaus Ullstein, das diese Weiterentwicklung der Fotografie parallel zum Aufstieg ihrer Publikationen konsequent f\u00f6rderte und forderte. Und der K\u00fcnstler Max Liebermann, der wie selbstverst\u00e4ndlich den Vorteil seiner Pr\u00e4senz in den Medien von Anfang an zu sch\u00e4tzen wusste, und sicher auch den Austausch suchte, den Menschen und seiner Zeit zugewandt.<\/p>\n<p><strong>Pictorial:<\/strong> K\u00f6nnen wir also sagen: Es war ein &#8222;Deal auf Gegenseitigkeit&#8220;? Denn nicht nur der Malerf\u00fcrst profitierte von der Verbreitung seiner Fotografien, auch den gro\u00dfen Max Liebermann portraitieren zu d\u00fcrfen, privaten Zugang zu seinen Ateliers und H\u00e4usern zu haben, ehrte gleicherma\u00dfen die Fotografen. Und: K\u00f6nnte man das &#8211; zugegeben etwas \u00fcberpointiert &#8211; als die ersten Anf\u00e4nge von &#8222;Home-Stories&#8220; nennen?<\/p>\n<p><strong><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/pictorial-online.com\/wp-content\/uploads\/woltlab_images\/woltlab_13754.jpg\" alt=\"Blog-Foto\" \/>Dr. Bomhoff:<\/strong> Diese Ehre, auch Stolz auf Seiten der Bildautoren wurden deutlich wahrgenommen, f\u00fcr uns ersichtlich aus einigen Begleittexten. Sie besuchten Max Liebermann im Rahmen von Einzelterminen, im Auftrag von Ullstein und zeitweise auch im Team: Schriftsteller, Redakteure, Illustratoren, Fotografen \u2013 die jeweiligen Konstellationen spiegeln die Verlagsarbeit und die Schwerpunkte bei Ullstein. Dennoch etablierte sich die \u201eHome-Story\u201c bereits fr\u00fch, auch bei Ullstein, wir schauen auf die Interieurs von Waldemar Titzenthaler, die systematisch ganze Lebenswelten von Schriftstellern, bildenden K\u00fcnstlern, Schauspielern oder Unternehmern in Berlin vorf\u00fchren.<\/p>\n<p><strong>Pictorial:<\/strong> \u00dcberhaupt: In welchem Rahmen wurden damals diese Bilder gezeigt und publiziert?<\/p>\n<p><strong>Dr. Bomhoff:<\/strong> Die Bandbreite der Publikationen, in denen diese Fotografien gezeigt und ver\u00f6ffentlicht wurden ist gewohnt gro\u00df, und die Liebermann-Portr\u00e4ts stehen exemplarisch f\u00fcr die M\u00f6glichkeiten und Facetten des Verlags. Liebermann war prominent und von Interesse f\u00fcr alle Arten von Publikum. Ein Blatt mit Millionenauflage wie die Berliner Illlustrirte Zeitung kam daher ebenso f\u00fcr die Ver\u00f6ffentlichung in Frage wie die Berliner Morgenpost, die exklusive Dame, der anspruchsvolle Uhu, der innovative Querschnitt oder ein modernes Berliner Blatt wie Tempo.<\/p>\n<p>Ganz zu schweigen von den mannigfachen Anl\u00e4ssen, die auch davon sprechen, welchen Respekt ein b\u00fcrgerliches, weltoffenes Verlagshaus Ullstein der Person und dem Impressionisten Max Liebermann entgegenbrachte. Nicht nur zu seinen gro\u00dfen Geburtstagen wurde er geb\u00fchrend gefeiert, seine Auftritte bei Ausstellungser\u00f6ffnungen und bei gesellschaftlichen Zusammenk\u00fcnften waren gefragt, dazu kommen Atelierszenen, wichtige Auftragsarbeiten, famili\u00e4re Einblicke. Und ein Ullstein-Kunstkritiker wie Max Osborn zum Beispiel lie\u00df es sich nicht nehmen, weit auszuholen und f\u00fcr seine Betrachtung die Werke Liebermanns in den Museen weltweit zu zitieren.<\/p>\n<p><strong>Pictorial:<\/strong> Wollen wir noch \u00fcber die Realisierung der Ausstellung selbst sprechen? Was waren die besonderen Herausforderungen f\u00fcr Sie und die Kuratorinnen der Liebermann-Villa, ein solches Haus mit seinem ber\u00fchmten Garten am Wannsee zu &#8222;bespielen&#8220;?<\/p>\n<p><strong>Dr. Bomhoff:<\/strong> Die gro\u00dfartigen Kolleginnen am Wannsee, Viktoria Krieger und Dr. Lucy Wasensteiner, k\u00f6nnen auf einen mehrj\u00e4hrigen Erfahrungsschatz zur Ausstellungskonzeption in ihrem Haus zur\u00fcckgreifen, und die Aufmerksamkeit f\u00fcr diesen einzigartigen Ort ist hoch. Folgerichtig liegt ein Schwerpunkt der im Original gezeigten Exponate bei denjenigen, die das Landhaus gestern wie heute zum Ort der Begegnung machen. Hier lebte und arbeitete die Familie Liebermann, hier geh\u00f6rten Natur und Kunst zur t\u00e4glichen Umgebung und Anschauung, hier entstanden Gem\u00e4lde und Zeichnungen, hier war Liebermanns eigene Kunstsammlung zu sehen, hier fanden verschiedene Zusammenk\u00fcnfte statt. Es ist eine wirklich dankbare Aufgabe, sich der Liebermann-Villa vor diesem Hintergrund zu n\u00e4hern und all diese Themen aufzugreifen.<\/p>\n<p><strong>Pictorial:<\/strong> F\u00fcr ullstein bild als Agentur ist das Entwickeln und Best\u00fccken von Ausstellungen aus dem historischen Archiv heraus ja ein wichtiges Standbein. Wie ist es bei Axel Springer: Liegen die Bilder samt und sonders digital vor oder mussten bzw. durften Sie sich noch im analogen Archiv-Keller staubig machen? \u00dcberhaupt: M\u00f6gen Sie Keller?<\/p>\n<p><strong><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/pictorial-online.com\/wp-content\/uploads\/woltlab_images\/woltlab_13752.jpg\" alt=\"Blog-Foto\" \/>Dr. Bomhoff:<\/strong> Keller und andere Aufbewahrungsorte \u2013 mit Aussicht auf Neuentdeckungen, ja. Vor allem jedoch bleibt die Arbeit mit den Unikaten entscheidend, zum einen, weil nicht alle Bilder samt und sonders digital vorliegen. Zum anderen, weil mit jedem neuen Ausstellungsvorhaben der Originalbestand auch erneut intensiv befragt und auf die Probe gestellt wird: Was ergibt die Recherche auf der Bilddatenbank von ullstein bild? Welche Hinweise auf weiteres Bildmaterial erschlie\u00dfen sich? Wie sind die genaue Beschaffenheit und der genaue Zustand der Originale? Welche bislang nicht erfassten oder nicht ausgewerteten Informationen bieten die Fotor\u00fcckseiten? Oder auch: Welche neuen und anderen M\u00f6glichkeiten resultieren daraus?<\/p>\n<p><strong>Pictorial:<\/strong> Sie als Senior Manager Asset &#038; Exhibition sind nat\u00fcrlich eine erfahrene Spezialistin in der Ausstellungskonzeption, trotzdem: Gab es bei der Sichtung des Materials f\u00fcr die Liebermann-Schau auch f\u00fcr Sie noch \u00dcberraschungen und Unerwartetes?<\/p>\n<p><strong>Dr. Bomhoff: <\/strong>Ja, mit jeder Konzentration auf ein Thema, von dem zu vermuten steht, dass es einen Nerv der Sammlung Ullstein trifft, geht eine naheliegende Erwartungshaltung einher, doch die Quantit\u00e4t und Qualit\u00e4t auch im Fall Max Liebermann ist beeindruckend. Die Variationen der Portr\u00e4tfotografie renommierter Bildautorinnen und Bildautoren sprechen f\u00fcr sich, auch in teilweiser Neuzuordnung und mit Blick auf die Gesamtheit der Urheber, deren Werke gar nicht alle in der Ausstellung gezeigt werden k\u00f6nnen. Mit den zeitgen\u00f6ssischen Kommentaren der umfangreichen Fotoserie Willi Ruges hatten wir ebenso wenig sicher gerechnet, wie mit der Entstehungsgeschichte mancher Fotografie im Kontext ihrer Ullstein-Publikation.<\/p>\n<p><strong>Pictorial: <\/strong>Was wird da &#8211; im Sinne des materiellen Exponates &#8211; in der Villa eigentlich gezeigt? Wie gro\u00df darf ich mir die Prints vorstellen? Geht die Ausstellung auch hinaus &#8211; open air &#8211; in den Garten?<\/p>\n<p><strong>Dr. Bomhoff: <\/strong>Gezeigt werden in erster Linie die Originalfotografien und auch Originalpublikationen, damit jede Besucherin, jeder Besucher einen sicheren Eindruck von der Entstehungszeit der Exponate bekommt. Sie werden erg\u00e4nzt durch Reproduktionen, die sich nicht zuletzt mit der Ullstein-Geschichte befassen, um die Zusammenh\u00e4nge zu veranschaulichen. \u201eOpen air\u201c scheint mir eine der Selbstverst\u00e4ndlichkeiten der Liebermann-Villa zu sein: schwer denkbar, ein Besuch ohne einen Gang durch die wunderbaren G\u00e4rten, ohne einen langen Blick auf den Wannsee und ohne die Ausstellung auf diese Weise mit hinaus zu nehmen\u2026<\/p>\n<p>Au\u00dferdem gibt es die sch\u00f6ne Tradition der Terrassen-Talks, die bei geeignetem Wetter drau\u00dfen abgehalten werden. F\u00fcr dieses Rahmenprogramm freue ich mich sehr \u00fcber die Vortragenden, die das Gesichtsfeld der Ausstellung in verschiedene Richtungen erweitern und vertiefen werden. Hervorheben m\u00f6chte ich schon jetzt die Buchautorin Phoebe Kornfeld aus den U.S.A., die am 11. Mai f\u00fcr uns den spannenden Bogen der Geschichte von Berlin nach New York schlagen wird, von Ullstein zu Black Star, von Biografien zu Fotografien sehr unterschiedlicher Epochen.<\/p>\n<p><strong>Pictorial:<\/strong> M\u00f6gen Sie Gedanken-Experimente? Stellen Sie sich bitte vor, Sie w\u00e4ren dazu verdonnert, mich s\u00fcdlichen Provinzler durch die Ausstellung zu f\u00fchren. D\u00fcrften mir aber nur ein Bild zeigen. Welches w\u00fcrden Sie als exemplarisches Werk nehmen? Oder welchen der vielen Fotografen w\u00fcrden Sie mir vorstellen, weil er Ihnen pers\u00f6nlich am Meisten am Herzen liegt?<\/p>\n<p><strong>Dr. Bomhoff:<\/strong> Ohne zu wissen, ob der geneigte Betrachter (in diesem Fall: Sie) ein Faible f\u00fcr den K\u00fcnstler Liebermann oder das Familienleben hegt, die jeweilige Presselandschaft oder den Ort am Wannsee \u2013 ich w\u00fcrde das aus gutem Grund zum Plakatmotiv erkorene Bild w\u00e4hlen, das Portr\u00e4t von Yva von 1930. Denn es zeigt nicht nur Liebermann \u201eganz und gar\u201c, sondern l\u00e4sst dem Betrachter viel gedanklichen Freiraum. Mag es um die K\u00fcnstlerpers\u00f6nlichkeit gehen, ihre Umgebung, die K\u00f6rpersprache, den Zeitpunkt der Aufnahme oder die fotografische Zielsetzung der Fotografin, das Bild f\u00fchrt uns auf alle F\u00e4lle weg von der Fixierung auf die Mimik des Menschen. Und damit kommen nicht viele Portr\u00e4tfotos zurecht, ohne dass ihre Aussagekraft Federn l\u00e4sst. Dieses hier jedoch spielend.<\/p>\n<p>Yva eben.<\/p>\n<p><strong>Pictorial:<\/strong> Herzlichen Dank f\u00fcr das Gespr\u00e4ch!<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/pictorial-online.com\/wp-content\/uploads\/woltlab_images\/woltlab_13750.jpg\" alt=\"Blog-Foto\" \/><br \/>\nBilder:<br \/>\nNicola Perscheid, undatiert, um 1905<br \/>\nFreyberg, Blick in die Villa, 1914. Ausschnitt. (nicht in der Austellung gezeigt)<br \/>\nSuse Byk, vor der Villa, mit Enkelin auf dem Scho\u00df<br \/>\nFreyberg, Liebermann am Eingang der Villa<br \/>\nYva (Else Simon), 1930<\/p>\n<p>Die Bilder entstammen der ullstein bild Serie <a href=\"https:\/\/www.ullsteinbild.de\/series\/17342147\">https:\/\/www.ullsteinbild.de\/series\/17342147<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/pictorial-online.com\/wp-content\/uploads\/woltlab_images\/woltlab_13751.jpg\" alt=\"Blog-Foto\" \/><br \/>\n<strong>[size=14]Berlin: Max Liebermann als Model. Portr\u00e4tfotografie aus der Sammlung Ullstein[\/size]<\/strong><br \/>\n<strong>Elegant im Anzug, die Beine \u00fcberschlagen, mit Hut, im Profil, mit Dackel Nicki im Wannsee-Garten oder ersch\u00f6pft rauchend in seinem Atelier am Pariser Platz: Die Fotosammlung des Berliner Ullstein Verlags h\u00e4lt dutzende Portr\u00e4taufnahmen des Malers Max Liebermann und seiner Familie bereit.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Liebermann wurde vielfach und gerne portr\u00e4tiert, der Mann<\/strong> &#8230; <a title=\"INTERVIEW Dr. Katrin Bomhoff\" class=\"read-more\" href=\"https:\/\/pictorial-online.com\/?p=7614\" aria-label=\"Mehr Informationen \u00fcber INTERVIEW Dr. Katrin Bomhoff\">Weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":8835,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[7,4],"tags":[],"class_list":["post-7614","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-bildagentur","category-events"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/pictorial-online.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7614","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/pictorial-online.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/pictorial-online.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/pictorial-online.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/pictorial-online.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=7614"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/pictorial-online.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7614\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":10134,"href":"https:\/\/pictorial-online.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7614\/revisions\/10134"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/pictorial-online.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/8835"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/pictorial-online.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=7614"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/pictorial-online.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=7614"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/pictorial-online.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=7614"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}