{"id":6979,"date":"2020-06-08T12:27:00","date_gmt":"2020-06-08T12:27:00","guid":{"rendered":""},"modified":"2026-05-18T19:21:04","modified_gmt":"2026-05-18T19:21:04","slug":"ein-gespr-ch-zu-image-market-2020-structure-and-perspectives-teil-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/pictorial-online.com\/?p=6979","title":{"rendered":"Ein Gespr\u00e4ch zu &#8222;image market 2020 \u2013 structure and perspectives&#8220;, Teil 2"},"content":{"rendered":"<p><strong>Das erste Gespr\u00e4ch letzter Woche mit Lars Bauernschmitt orientierte sich vor allem am Schwerpunkt &#8222;[url=&#8217;https:\/\/www.pictorial-online.com\/index.php?entry\/6975-ein-gespr%C3%A4ch-zu-image-market-2020-%E2%80%93-structure-and-perspectives-teil-1\/&#8216;]Fotografenfragen[\/url]&#8220;. Nun soll der Focus der Fragen zur Bildmarkt-Analyse 2020 auf die Erkenntnis zu Bildagenturen gerichtet werden. Mit Lars Bauernschmitt sprach Stefan Hartmann.<\/strong><\/p>\n<p>[list][*]<strong>Pictorial:<\/strong> Herr Professor, wollen wir die Situation der Bildagenturen etwas beleuchten? Denn das war ja bislang das Hauptthema Ihrer Untersuchungen. Was sind die Aspekte, in denen sich Neues gegen\u00fcber der fr\u00fcheren Erhebungen ergab?<br \/>\n[\/list]<strong>Lars Bauernschmitt:<\/strong> Etwas wirklich Neues haben wir in diesem Jahr nicht erfahren, wir sind mittlerweile vor allem dabei, unsere Erkenntnisse der Vorjahre zu vertiefen. Ein wichtiger Punkt, der wieder deutlich geworden ist, ist die extreme Heterogenit\u00e4t der Bildagenturen. 36 Prozent der Agenturen haben keine Mitarbeiter*innen. \u00dcber 21 Prozent haben lediglich ein bis zwei Mitarbeiter*innen. Wir sollten in der Darstellung des Bildermarktes also vielleicht genauer von Bildagenturen und bildagentur\u00e4hnlich arbeitenden Fotograf*innen sprechen.<\/p>\n<p>[list][*]<strong>Pictorial:<\/strong> Was kann man dann \u00fcber den &#8222;deutschen Bildmarkt&#8220; eigentlich noch ableiten, wenn man ber\u00fccksichtigt &#8211; die Studie hat es ja gezeigt &#8211; dass die Player immer heterogener werden? Welche Erkenntnis kann man \u00fcber einen Markt gewinnen, bei dem die Jahresums\u00e4tze der Unternehmen zwischen 50tausend und 10 Millionen Euro liegen?<br \/>\n[\/list]<strong>Lars Bauernschmitt:<\/strong> Es sind ganz unterschiedliche Tendenzen, die den Bildermarkt ver\u00e4ndern. Zun\u00e4chst werden immer mehr Bilder ver\u00f6ffentlicht, es werden aber eben auch immer mehr Bilder gemacht, die auch auf den Markt geworfen werden.<\/p>\n<p>In Deutschland werden, so sch\u00e4tze ich, mittlerweile zwischen 600 Millionen und einer Milliarde Bilder angeboten. Da sind nat\u00fcrlich viele Bilder mehrfach angeboten, trotzdem hat sich das Bildangebot seit 2010 mehr als verzehnfacht.<\/p>\n<p>Es ist wenig \u00fcberraschend, dass das nicht gut f\u00fcr die Preise ist! Mit Nutzungsrechten Geld zu verdienen, wird immer schwerer. Das wird sich nicht mehr \u00e4ndern. Eine Konsequenz ist, dass die Zahl der Bildagenturen st\u00e4ndig abnimmt. Achtzig Prozent der Inhaber*innen der nicht im BVPA vertretenen Agenturen sind \u00e4lter als 50 Jahre, mehr als drei\u00dfig Prozent sind \u00e4lter als sechzig Jahre \u2013 bei den BVPA-Agenturen sind das etwas weniger. Verkaufen kann man eine Bildagentur kaum. Interessante Best\u00e4nde werden h\u00f6chstens von anderen Agenturen \u00fcbernommen \u2013 wie es ja schon jetzt immer wieder geschieht.<\/p>\n<p>Es gibt aber noch ganz andere Faktoren, die das Bildgesch\u00e4ft ver\u00e4ndern: Communities treten als Bildanbieter*innen auf und verschaffen dadurch den Amateur*innen Zugang zum Markt, den die vor zwanzig Jahren so nicht hatten. Das ver\u00e4ndert die Situation professioneller Fotograf*innen ebenso wie die der Bildagenturen. Eine andere Entwicklung, die zu einem wachsenden Angebot an kostenlosen Bildern f\u00fchrt, sind Unternehmen und Verb\u00e4nde, die honorarfreies PR-Bildmaterial anbieten. Das gibt es alles schon lange, das sind aber auch Konsequenzen der Digitalisierung, das wird sich aber eben auch fortsetzen.<\/p>\n<p>[list][*]<strong>Pictorial:<\/strong> Zum Abschluss sei eines der f\u00fcr mich verbl\u00fcffendsten Resultate der Befragung erw\u00e4hnt. Sie fragten: &#8222;Unsere Kund*innen legen auf eine hohe Bildqualit\u00e4t &#8230;&#8220; Und gerade mal etwas mehr als die H\u00e4lfte der Bildagenturen meinen, dass ihre Kunden &#8222;viel Wert&#8220; auf gute Bildqualit\u00e4t legen. 34,2 der Agenturen bescheinigen ihren Kunden, dass sie nur &#8222;wenig Wert&#8220; auf Bildqualit\u00e4t legen! 10 Prozent k\u00f6nnen keine Entscheidung formulieren.<br \/>\n[\/list]<strong>Lars Bauernschmitt:<\/strong> Sie sehen gerade nur auf den Durchschnitt aller Befragten. Sie m\u00fcssen aber beachten, dass die BVPA-Mitgliedsagenturen den Wunsch der Kund*innen nach einer hohen Bildqualit\u00e4t deutlich anders wahrnehmen als die nicht im BVPA vertretenen Agenturen. W\u00e4hrend nur 25 Prozent der BVPA-Agenturen der Meinung sind, dass ihre Kund*innen wenig Wert auf eine hohe Bildqualit\u00e4t legen, sind das bei den nicht im Verband vertretenen Agenturen 41,2 Prozent.<\/p>\n<p>[list][*]<strong>Pictorial:<\/strong> Sie haben nun drei Bildmarktstudien, drei gro\u00dfangelegte Befragungen in jeweils den letzten Jahren vorgestellt. Wird es weiter gehen? Werden neue Untersuchungen folgen?<br \/>\n[\/list]<strong>Lars Bauernschmitt:<\/strong> Ich denke, dass wir das tun sollten, denn mit jeder Studie stellen sich neue Fragen. Mit Blick auf die bereits formulierte Bedeutung journalistischer Medien f\u00fcr den Erhalt unserer Demokratie m\u00fcssen uns die Bedingungen interessieren, unter denen Bildjournalismus gemacht wird, und ich m\u00f6chte dazu beitragen, daf\u00fcr ein Bewusstsein zu schaffen.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem sollte ich als Lehrender mich auch zu Entwicklungen auf dem Markt \u00e4u\u00dfern k\u00f6nnen, auf dem sich unsere Absolvent*innen sp\u00e4ter bewegen. Und nicht zuletzt ist es doch so, dass Bilder, die in kommerziellen Zusammenh\u00e4ngen publiziert werden, sichtbar sind, weil sie wirtschaftliche Prozesse durchlaufen haben. Was wir t\u00e4glich in Print- und Onlinemedien sehen ist das Ergebnis der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der Medien \u2013 und die sollten wir uns deshalb immer wieder genau ansehen. Denn Bilder werden zwar gehandelt, haben aber eben doch eine andere gesellschaftliche Bedeutung als Dosensuppen oder Weichsp\u00fcler.<\/p>\n<p>[list][*]<strong>Pictorial: <\/strong>Bevor ich nun beginne, \u00fcber die gesellschaftliche Bedeutung von Dosensuppen (inner- und au\u00dferhalb der Pop Art) nachzusinnen, m\u00f6chte ich Ihnen herzlich f\u00fcr das Gespr\u00e4ch danken!<br \/>\n[\/list]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><strong>Das erste Gespr\u00e4ch letzter Woche mit Lars Bauernschmitt orientierte sich vor allem am Schwerpunkt &#8222;[url=&#8217;https:\/\/www.pictorial-online.com\/index.php?entry\/6975-ein-gespr%C3%A4ch-zu-image-market-2020-%E2%80%93-structure-and-perspectives-teil-1\/&#8216;]Fotografenfragen[\/url]&#8220;. Nun soll der Focus der Fragen zur Bildmarkt-Analyse 2020 auf die Erkenntnis zu Bildagenturen gerichtet werden. Mit Lars Bauernschmitt sprach Stefan Hartmann.<\/strong><\/p>\n<p>[list][*]<strong>Pictorial:<\/strong> Herr Professor, wollen wir die Situation der Bildagenturen etwas beleuchten? Denn das war ja bislang das Hauptthema Ihrer Untersuchungen. 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